Wir starten heute mit einem ziemlich klaren Plan: Am Praia da Marinha parken, anschließend den berühmten Küstenweg der „Sieben Hängenden Täler“ Richtung Benagil laufen und danach noch weiter zum Praia da Falésia fahren. Soweit zumindest die Theorie.
Aber wie so oft auf Reisen gilt eben: Ein Plan ist erstmal nur ein grober Vorschlag an den Tag.
Und was das Ganze jetzt mit einem Biergarten zu tun hat? Ehrlich gesagt erstmal gar nichts. Wer jetzt dachte, wir wären spontan zurück nach Deutschland gefahren, den habe ich erfolgreich in die Irre geführt. Aber von vorne.
Wir fahren Richtung Praia da Marinha. Noch bevor wir überhaupt in die Nähe kommen, stoppt uns allerdings das erste Durchfahrtsverbot für Camper. Also kurzer Blick aufs Navi, improvisieren und rechts abbiegen. Zehn Minuten später: nächstes Durchfahrtsverbot.
Dazu weit und breit keine wirklich überzeugende Parkmöglichkeit. Ich bin inzwischen leicht genervt. Renate startet parallel die obligatorische Kombination aus Park4Night und Google Maps — unsere moderne Version von „Karte und Kompass“.
Relativ schnell entscheiden wir uns schließlich, zur Quinta Storchennest zu fahren und dort zu übernachten. Die Entfernung zu den Stränden erscheint mit etwa 30 Minuten per Fahrrad absolut machbar.
Und der Name der Quinta ist tatsächlich Programm. Überall auf den Laternenmasten sitzen Störche in ihren Nestern. Teilweise so viele, dass man automatisch ständig nach oben schaut. Sehr cool.
Groß aufhalten wollen wir uns allerdings nicht. Also Fahrräder runter vom Träger und direkt weiter Richtung Praia da Marinha. Mit den E-Bikes ist die Strecke völlig entspannt machbar. Und wie sich herausstellt, stehen am Parkplatz übrigens durchaus auch ein paar Campervans. Offenbar kommt es wie so oft ein bisschen darauf an, wann, wie groß und vermutlich auch wie mutig man ist.
Gemeinsam mit vielen anderen laufen wir schließlich den Küstenweg Richtung Benagil. Und die Ausblicke sind wirklich spektakulär.
Diese typischen Algarve-Felsformationen mit den steilen Klippen, dem türkisfarbenen Wasser und den kleinen Buchten sehen tatsächlich fast genauso beeindruckend aus wie auf den ganzen Postkarten und Instagram-Bildern.
In die berühmte Benagil-Höhle können wir von oben allerdings leider nicht hineinschauen.
In Benagil selbst läuft dagegen das komplette Touristenprogramm: Boote, Musik, Menschenmassen und überall ausgelassene Stimmung. Schon ziemlich touristisch — aber irgendwie trotzdem nett. Den Rückweg laufen wir anschließend auf demselben Weg zurück.
Unterwegs checken wir noch kurz, ob auf unserer Fahrradroute vielleicht irgendwo ein Restaurant oder eine nette Bar liegt. Und genau dabei stoßen wir völlig unerwartet auf den Vila Vita Biergarten. Ein bayerischer Biergarten. Mitten in Portugal.
Und zwar nicht halbherzig auf „deutsch“ gemacht, sondern erstaunlich authentisch. Wenn ich nicht wüsste, dass wir uns an der Algarve befinden, hätte ich kurz gedacht, wir wären irgendwo in München gelandet. Das Ambiente, die Speisekarte — alles erstaunlich originalgetreu. Direkt nebenan gibt es sogar einen deutschen Metzger.
Ich bestelle ein Hähnchen, das wirklich ausgezeichnet schmeckt. Renate entscheidet sich für Currywurst. Ebenfalls gut — auch wenn die Wurst aus unserer Sicht noch ein kleines bisschen mehr Bräune vertragen hätte. Aber gut. Man kann schließlich nicht alles haben.
Bevor wir endgültig zurück zur Quinta radeln, machen wir noch einen letzten Stopp in der Rolha Wine Bar.
Tolles Ambiente, richtig gute Weine und genau der passende Abschluss für einen ziemlich ereignisreichen Tag.
Etappendaten
| Tageskilometer | 65km |
| Fahrzeit | 1 Stunde 31 Minuten |
| Durchschnittlicher Verbrauch | 9,8l/100km |
Übernachtungsplatz
Porches – Quinta Storchennest
Stellplatz Nähe Porches, das einige Restaurants und einen authentischen bayerischen Biergarten aufzuweisen hat. Mit dem Fahrrad 10 Minuten. Die Strände Marinha und Benagil sind mit dem E-Bike in ca. 30 Minuten erreichbar. Stehen auf Schotter. Der Platz ist relativ neu, gut gepflegt. Das Duschkonzept ist interessant. Es gibt ein „Duschzimmer“ ohne Kabinen mit 7 Duschen. Wir übernachten für 15€ / Nacht mit Strom. Kann man nicht meckern.












