Heute wollen wir uns in Richtung Clermont-Ferrand bewegen. Allerdings starten wir nicht direkt durch, sondern nehmen einen deutlich schöneren Umweg: über die Route de Beaune, genauer gesagt die Route des Grands Crus, nach Beaune.
Die Straße führt durch jene Dörfer, deren Namen Weinfreunden sofort glänzende Augen machen: Nuits-Saint-Georges, Gevrey-Chambertin, Marsannay-la-Côte oder Vosne-Romanée. Ein Name berühmter als der andere.
Dabei fällt uns auf, dass die Rebstöcke hier sehr tief geschnitten sind. Diese Erziehungsform nennt sich Guyot. Durch das eher kühle Klima profitieren die Reben davon, näher am Boden zu wachsen, weil dieser Wärme speichert und wieder abgibt. Man lernt eben nie aus.
In Beaune parken wir auf dem kostenlosen Parkplatz am Kino, Boulevard Maréchal Joffre. Ganz hinten gibt es Platz für mehrere Wohnmobile. Perfekt gelöst. Von dort sind es nur etwa 15 Minuten bis in die Altstadt.
Beaune wirkt deutlich beschaulicher und gemütlicher als Dijon. Eine Stadt, in der man es durchaus auch länger aushalten könnte.
Unser eigentliches Ziel ist heute das berühmte Hôtel-Dieu de Beaune. Erbaut wurde es 1443 von Nicolas Rolin, dem Kanzler des Herzogs von Burgund, und seiner Frau Guigone de Salins. Mit ihrem Vermögen wollten sie etwas schaffen, das sie überdauert – gelungen kann man sagen.
Das Hôtel-Dieu war bis 1971 als Krankenhaus in Betrieb. Es wurde gegründet, um bedürftigen Menschen kostenlos medizinische Versorgung zu ermöglichen. Bei einem Rundgang mit einem hervorragend gemachten Audioguide erfährt man viel über die Entstehung und den Alltag dort.
Besonders beeindruckt hat uns, wie weitsichtig Nicolas Rolin geplant hat. So ließ er beispielsweise einen Bauernhof in der Nähe errichten, dessen Erträge zur Versorgung der Kranken dienten. Und ein kleiner Fun Fact aus vergangenen Zeiten: Zu trinken gab es für die Patienten Wein statt Wasser – schlicht deshalb, weil Wasser damals oft verunreinigt war.

Gegen 14:30 Uhr kommen wir schließlich erst aus Beaune los. Clermont-Ferrand werden wir heute wohl nicht mehr erreichen. Also entscheiden wir uns für die mautfreie D974.
Die Strecke führt lange an einem Kanal entlang, durch eine wunderschöne Landschaft – entspanntes Fahren wie aus dem Bilderbuch.
Renate findet schließlich einen Stellplatz bei einem Bauernhof: ein Platz von France Passion. Wir stehen auf einer abgemähten Wiese mit famoser Aussicht und genießen gemeinsam mit einem anderen Wohnmobil die letzten Sonnenstrahlen des Tages.
So darf ein Reisetag gerne enden.
Etappendaten
| Tageskilometer | 181 km |
| Fahrzeit | 3 Stunden 40 Minuten |
| Durchschnittlicher Verbrauch | 8,8l / 100km |


















