Der heutige Tag beginnt immerhin schon mal besser, als der gestrige aufgehört hat: Es regnet nicht mehr. Dafür bleibt uns das Wetter mit tristgrauem Himmel trotzdem erhalten. Nicht gerade Postkartenstimmung, aber immerhin trocken.
Unser Plan für den Tag: zuerst das Museu de Arte Contemporânea Nadir Afonso in Chaves besuchen und anschließend ins Thermalbad. Wobei das mit dem Thermalbad noch unter einem gewissen organisatorischen Stern stand. Termine müssen dort nämlich eigentlich zwei Tage vorher gebucht werden. Für spontane Anfragen soll man eine E-Mail schreiben. Habe ich gemacht. Vorgestern Abend.
Dann haben wir uns allerdings kurzfristig entschieden, noch einen Tag länger auf dem Campingplatz zu bleiben. Also morgens direkt noch eine zweite Mail hinterhergeschickt. Klingt erstmal vernünftig. Gestern kam dann tatsächlich eine Bestätigung – allerdings für den gestrigen Tag. Auf meine erneute Nachfrage gab es bis heute keine Antwort. Kommunikation auf portugiesische Art vielleicht. Unser Plan daher: einfach vor Ort freundlich nachfragen und hoffen.
Also machen wir uns auf den Weg Richtung Portugal. Dass wir die Grenze überquert haben, merken wir übrigens nicht an irgendeinem „Willkommen in Portugal“-Schild. Nein, wir merken es an den Spritpreisen. Spätestens bei der ersten Tankstelle mit Dieselpreisen jenseits der 2-Euro-Marke ist klar: Willkommen in Portugal. In Spanien hatte ich kurz vorher noch für 1,69 € pro Liter getankt.
Die Landschaft unterwegs wirkt ziemlich skurril. Irgendwie wie eine riesige Heidelandschaft. Viele der Bäume sind komplett mit Flechten behängt. Laut Google handelt es sich um sogenannte Bartflechten. Sie sehen ein bisschen so aus, als hätte jemand versucht, die Wälder für Halloween zu dekorieren – und dann einfach aufgehört.
Gegen 11 Uhr erreichen wir schließlich Chaves. Zuerst fahren wir direkt zum Museum, denn das schließt bereits um 13 Uhr. Wie sich später herausstellt, war genau das vielleicht nicht die beste Entscheidung des Tages.
Im Museum werden Werke verschiedener zeitgenössischer Künstler gezeigt. Von Nadir Afonso selbst hängen allerdings gerade einmal vier Werke dort. Um 12:30 Uhr sind wir schon wieder draußen. So richtig warm geworden sind wir mit der Ausstellung ehrlich gesagt nicht. Ohne zusätzliche Erläuterungen fiel uns der Zugang zu vielen Werken eher schwer. Vielleicht fehlt uns bzw, mir einfach der richtige Blick dafür. Oder mehr Kunstverständnis. Oder beides.
Danach geht es weiter zum Thermalbad. Parkplatz? Fehlanzeige. Also droppe ich Renate kurzerhand am Eingang, während ich mich irgendwo halb legal am Straßenrand parke. Leider folgt direkt die nächste kleine Überraschung: Das Thermalbad hat inzwischen geschlossen und öffnet erst wieder um 15:30 Uhr.
Wir beraten kurz. Warten? Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Vielleicht klappt es dann trotzdem nicht mit einem Termin. Am Ende siegt die Lust aufs Weiterfahren.
Nur wohin eigentlich? Nach Braga? Durch den Nationalpark? Oder ganz woanders hin?
Nach kurzer Diskussion fällt die Entscheidung auf Guimarães — und das entpuppt sich als goldrichtige Wahl. Die Stadt gefällt uns auf Anhieb. Guimarães gilt als „Wiege der Nation“, denn hier soll der erste König Portugals geboren worden sein. Die Altstadt hat sofort Atmosphäre: enge Gassen, historische Gebäude und ein angenehmes entspanntes Flair.
Und dann passiert tatsächlich noch etwas Unerwartetes: Am späten Nachmittag zeigt sich sogar die Sonne. Sofort wirkt alles freundlicher. Plötzlich macht das Herumlaufen doppelt so viel Spaß.
Ach ja — und am Abend meldet sich dann tatsächlich noch das Thermalbad auf meine Mail von gestern Morgen. Man entschuldige sich für die späte Antwort, aber ich könne ja gerne an einem anderen Tag einen Termin buchen, wenn es passt. Das ist wirklich Timing.
Etappendaten
| Tageskilometer | 220 km |
| Fahrzeit | 5 Stunden 0 Minuten |
| Durchschnittlicher Verbrauch | 10,0/100 km |
Übernachtungsplatz

Campingplatz Os Invernadeiros, Allariz
Schöner Campingplatz in der Nähe des Dorfes Allariz. Plätze auf Rasen unter Bäume. Sanitär einwandfrei. Als wir ankamen, war die Rezeption unbesetzt. Ein Anschlag im Fenster instruierte uns, uns einfach irgendwo hinzustellen.42.1853294373 -7.8192448616 (lat,lng)
N 42° 11' 7" W 7° 49' 9"













