Das Wetter zeigt sich heute von seiner weniger einladenden Seite: grauer Himmel, kalt, ungemütlich. Also beschließen wir kurzerhand, einen größeren Sprung Richtung Portugal zu machen. Ganz ohne Stopps geht es aber natürlich nicht – wenn auch nur, um sich zwischendurch die Beine zu vertreten.

Wir wählen die Route entlang der Nordküste. Vom Wetter her vielleicht nicht die beste Idee, aber landschaftlich trotzdem reizvoll. Außerdem gönnen wir uns heute mal die Autobahn – mautfrei und deutlich effizienter.

Erster geplanter Boxenstopp: Cudillero. Hier soll es einen besonders schönen Hafen geben. Den sehen wir allerdings nicht – schlicht, weil wir keinen Parkplatz finden. Also kurzer Blick, Schulterzucken, weiter geht’s.

Nächster Versuch: Luarca. Diesmal haben wir mehr Glück und finden etwas außerhalb einen riesigen Parkplatz. Der Ort selbst hat einen leicht angeschlagenen, fast schon morbiden Charme. Ein kleiner Yachthafen, ein paar Bars und Restaurants – aber insgesamt wirkt alles ein bisschen aus der Zeit gefallen. Ich muss sagen: Genau das hat auch seinen Reiz. Erinnert mich stellenweise ein wenig an Kuba. Wir setzen uns in eine Bar, trinken einen Café und schlendern anschließend zurück zum Auto.

Hier wohnt wohl niemand mehr

Hier wohnt wohl niemand mehr

Kleiner Fischerhafen

Fischerhafen

Fischerhafen

Fischerhafen

Die Fischerboote sind charmant

Rustikal würde ich sagen

Auch nicht mehr ganz taufrisch

Das Hotel rechts wäre meine Empfehlung 🙂

Spontan entscheiden wir uns noch für einen Abstecher zum Playa de las Catedrales. Ein beeindruckender Strand mit Felsformationen und Höhlen, die bei Ebbe besonders gut zugänglich sind. Wir bleiben auf den angelegten Plankenwegen – das reicht schon, um einen guten Eindruck zu bekommen.

Playa de Los Catedrales

Playa de Los Catedrales

Playa de Los Catedrales

Eigentlich ist es inzwischen schon 17:30 Uhr. Aber das Wetter motiviert uns nicht gerade zum Verweilen, also fahren wir weiter. Lugo ist noch gut eine Stunde entfernt – machbar.

Kurz hinter dem Strand zieht auf einer Höhe von 550 Metern plötzlich Nebel auf. Zunächst denke ich noch: „Die vielen Warnschilder hier sind vielleicht etwas übertrieben.“Ein paar Minuten später weiß ich es besser. Die Sicht fällt auf 10 bis 20 Meter. Dichter Nebel, wie ich ihn so noch nie erlebt habe. Links und rechts der Straße blinken fest installierte Warnleuchten und geben zumindest ein bisschen Orientierung. Ziemlich surreal.

Irgendwann lassen wir den Nebel hinter uns – und wie zur Belohnung kommt die Sonne raus. Deutlich angenehmer. In Lugo angekommen, wartet dann die nächste Herausforderung: Baustellen. Überall. Temporäre Einbahnstraßen, Sperrungen – und unser Navi hat von alldem keine Ahnung. Natürlich müssen wir quer durch die Stadt.

Mit etwas Geduld und mehreren Ehrenrunden schaffen wir es schließlich doch auf den Stellplatz – im Grunde ein großer, kostenloser Parkplatz für Wohnmobile. Von Lugo sehen wir an diesem Abend nicht mehr allzu viel. Wir laufen zwar noch kurz in die Altstadt und ein paar Meter auf der berühmten Stadtmauer, aber dann ruft unsere Tochter an. Und das hat natürlich Vorrang.

Danach geht es noch auf ein Gläschen in eine Bar – und plötzlich ist der Tag auch schon wieder vorbei.

Lugo

Lugo

Lugo

Lugo – auf der Stadtmauer

Etappendaten

Tageskilometer 402 km
Fahrzeit 5 Stunden 23 Minuten
Durchschnittlicher Verbrauch 10,0/100 km

Übernachtungsplatz

Kostenloser Parkplatz, Lugo

Kostenloser Parkplatz, Lugo

Kostenloser Stellplatz für Wohnmobileohne Services. Altstadt in 15 Minuten zu Fuß erreichbar.

43.0044441223 -7.56193828583 (lat,lng)   
N 43° 0' 16" W 7° 33' 43"