Heute ist Sonntag – und es scheint, als hätte sich das gesamte Baskenland vorgenommen, draußen aktiv zu sein. Die eine Hälfte wandert, die andere ist mit dem Fahrrad unterwegs. Entsprechend gemächlich kommen wir auf den teilweise engen und kurvenreichen Straßen voran.
Unser Ziel ist Gaztelugatxe – eine kleine Insel, die über einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden ist. Bekannt wurde sie unter anderem als Drehort der Serie Game of Thrones und hat sich seitdem zu einer echten Touristenattraktion entwickelt. Wir steuern auf gut Glück den großen Parkplatz an – und haben tatsächlich Glück: Ein letzter Längsparkerplatz unter einer Pinie. Perfekt. Das war es dann allerdings auch schon mit unserem Glück. Bevor man überhaupt in die Nähe des Damms kommt, muss man online ein Ticket buchen. Kostenlos zwar, aber zur Regulierung des Besucheransturms. Ich öffne die Webseite – und bekomme direkt einen kleinen Schreck: Der komplette April ist ausgegraut. Ein Klick auf einen beliebigen Tag bringt dann kurz Hoffnung: „Kein Ticket notwendig.“
Erleichterung. Die allerdings genau bis zur Ticketkontrolle anhält.
Dort erklärt uns eine Mitarbeiterin freundlich, aber bestimmt, dass am Wochenende sehr wohl Tickets erforderlich sind – und diese natürlich längst ausgebucht sind. Unter der Woche wäre es kein Problem gewesen. Auch mit freundlichem Nachfragen und ein bisschen Charme lässt sich daran nichts ändern. Heute kommen wir nicht auf die Insel.
Also Plan B: Wir drehen um und laufen zu einem Aussichtspunkt. Von dort haben wir einen wirklich großartigen Blick auf Gaztelugatxe. Nach kurzer Beratung sind wir uns einig: Das reicht uns völlig. Die Aussicht ist top – und wir sparen uns den Trubel.
Also geht es weiter. Unser nächstes Ziel: Santillana del Mar.
Wir entscheiden uns für den Stellplatz Camping Santillana del Mar direkt im Ort. Und der ist wirklich empfehlenswert: terrassenförmig angelegt, sauber, gepflegt – alles, was man sich wünscht. Klare Empfehlung. Santillana del Mar selbst ist dann ein echtes Highlight.
Sobald man den Ort betritt, hat man das Gefühl, mehrere Jahrhunderte in der Zeit zurückgereist zu sein. Kopfsteinpflaster, alte Steinhäuser, enge Gassen – im Grunde ein riesiges Open-Air-Museum. Wirklich beeindruckend.
Der Dichte an Restaurants nach zu urteilen, ist der Ort normalerweise gut besucht. Während unseres Rundgangs hält sich der Andrang allerdings in Grenzen – was die Atmosphäre noch angenehmer macht.
Rückblickend war unsere Entscheidung, Gaztelugatxe hinter uns zu lassen und hierher weiterzufahren, genau richtig. Manchmal sind die ungeplanten Umwege eben die besten.
Ach übrigens: Ich habe heute für 1,81€ / Liter Diesel getankt.
Etappendaten
| Tageskilometer | 260 km |
| Fahrzeit | 5 Stunden 3 Minuten |
| Durchschnittlicher Verbrauch | 10,2l/100 km |












