Der heutige Tag beginnt mal wieder… genau: mit Regen. In der Nacht hat es ordentlich gedonnert und geblitzt, dazu kam eine Menge Wasser vom Himmel. Der erste Blick aufs Regenradar am Morgen zeigt schnell: Das wird wieder ein ziemlich durchwachsener Tag.
Trotzdem beschließen wir weiterzufahren. Irgendwann reicht es dann auch mit „wir sitzen den Regen einfach aus“.
Kurz überlegen wir sogar, direkt bis an die Algarve durchzufahren. Aber Renates Optimismus setzt sich durch. Die Wettervorhersage verspricht zumindest, dass es in den nächsten Tagen Schritt für Schritt besser werden soll.
Heute allerdings kommt mir zwischendurch ernsthaft der Gedanke, dass wir uns vielleicht geografisch leicht verfahren haben. Das Wetter erinnert eher an Island als an Portugal: Regen, Sonne, Regen im munteren Wechsel — dazu kalter Wind. Fehlt eigentlich nur noch ein Vulkan im Hintergrund.
Unser eigentliches Tagesziel ist Nazaré. Vorher machen wir allerdings noch einen kleinen Umweg über Coimbra. Die Hoffnung: vielleicht zumindest halbwegs trocken ein wenig Stadt anschauen.
Und das klappt tatsächlich fast.
Wir finden einen Parkplatz auf der anderen Flussseite gegenüber der historischen Altstadt, die sich hübsch auf einem Hügel erhebt. Im Vergleich zu Porto wirkt Coimbra deutlich kleiner und entspannter.
Gerade diese Mischung aus mittelalterlicher Altstadt, Universität und der ruhigen Atmosphäre am Mondego gefällt uns richtig gut. Besonders auffällig sind die schwarzen Studentenumhänge, die überall im Stadtbild auftauchen und der Stadt irgendwie sofort ihren ganz eigenen Charakter geben. Zu Mittag probiere ich heute Chanfana – ein traditionelles Ziegenschmorgericht in Coimbra. Ausgesprochen lecker.
Noch bevor uns der nächste Regenschauer erwischt, fahren wir allerdings weiter Richtung Nazaré. Dort richten wir uns schließlich für die Nacht auf dem Parkplatz eines Supermarkts ein — direkt gegenüber vom Lidl, der praktischerweise ebenfalls vier Wohnmobilplätze ausweist. Nicht gerade der romantischste Stellplatz der Reise, aber für eine Nacht absolut praktisch.
Erst gegen 19 Uhr hört es endlich auf zu regnen. Natürlich nutzen wir die Gelegenheit sofort und laufen noch Richtung Nordstrand.
Oben am Aussichtspunkt auf Nazaré passiert dann tatsächlich noch etwas Überraschendes: Die Sonne kommt kurz durch und taucht die Küste für ein paar Minuten in richtig schönes Licht.

Der Nordstrand von Nazare. Hier gibt es ein paar mal im Jahr Monsterwellen und ist damit das Surf Mekka.
Allerdings hält dieser Moment nicht besonders lange. Kurz darauf übernimmt wieder der Regen das Kommando. Bis zum Leuchtturm laufen wir deshalb heute nicht mehr. Irgendwann reicht selbst uns das „mal eben noch nass werden“.
Etappendaten
| Tageskilometer | 171 km |
| Fahrzeit | 2 Stunden 50 Minuten |
| Durchschnittlicher Verbrauch | 10,3 l/100km |
Übernachtungsplatz
Rua Belém do Pará, Nazaré
Parkplatz am Supermarkt Continente gegenüber vom Lidl. Hier gibt es drei Plätze für Wohnmobile. Beim Lidl gegenüber 4. Die Contintente Plätze sind etwas weiter weg von der Straße daher ruhiger. Keine Services39.6110992432 -9.0636548996 (lat,lng)
N 39° 36' 40" W 9° 3' 49"










