Bevor ich über den heutigen Tag berichte, muss ich erst einmal meinen Frust loswerden. Meine Software, die unsere Route aufzeichnet und auf den Server überträgt, hat sich heute verabschiedet. Ergebnis: Der komplette Tag fehlt. Keine Strecke, keine Daten, nichts. Für jemanden, der so etwas gerne sauber dokumentiert, ist das… sagen wir mal „suboptimal“. Wenn ich wieder zuhause bin, werde ich versuchen, das zu reparieren. Immerhin: Der Fehler scheint inzwischen gefunden und hoffentlich behoben.
So, genug gemeckert – kommen wir zum eigentlichen Tag. Wir starten gegen 11:00 Uhr und steuern als erstes den Strand Plage de l’Espécier an. Ein kilometerlanger Sandstrand, an dem sich die Menschen so gut verteilen, dass er fast menschenleer wirkt. Genau unser Ding. Wir bleiben eine ganze Weile, genießen die Weite und die Ruhe, beobachten die Surfer und kehren dann zu unserem Camper zurück, den wir auf einem großen Parkplatz unter Pinien geparkt haben. Dort gibt es erst einmal Lunch.
Danach geht es weiter Richtung Biarritz. Während der Fahrt fällt die Entscheidung: Wir bleiben über Nacht. Wir suchen uns einen stadtnahen Campingplatz, von dem aus wir bequem mit dem Bus ins Zentrum kommen.
Biarritz selbst hat eine spannende Geschichte. Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts war die Stadt ein mondäner See-Badort während der Belle Époque. Ein Treffpunkt für die feine Gesellschaft – und das sieht man an einigen Gebäuden bis heute.
Allerdings wird dieser historische Glanz immer wieder durch eher… sagen wir mal fragwürdige Architektur unterbrochen. Betonbauten, die mich stellenweise stark an klassische Touristenburgen auf Mallorca erinnern.
Unser persönliches Highlight des Tages ist dann aber ganz klar das Abendessen am alten Fischerhafen, dem Port des Pêcheurs.Im Casa Juan Pedro essen wir hervorragend. Der Fisch ist exzellent, die Preise absolut moderat – eine seltene und sehr erfreuliche Kombination. Renate hat gegrillten Thunfisch und ich Kabeljaufilet. Als Starter teilen wir uns Rillette de Troitte und zum Desert gibt es Marmia eine baskisches Desert, im Prinzip Joghurt aus Schafsmilch mit Honig.
Da der letzte Bus bereits abgefahren ist, bleibt uns nur der Rückweg zu Fuß. 45 Minuten später kommen wir wieder am Campingplatz an – das Essen ist verdaut, der Kopf frei, und wir fallen zufrieden ins Bett.
Etappendaten
| Tageskilometer | 177 km |
| Fahrzeit | 4 Stunden 1 Minute |
| Durchschnittlicher Verbrauch | 9,9 l/100km |
















